
Horst Schlämmer
Er ist mittlerweile neben Männern wie Helmut Markwort („Focus), Kai Diekmann („Bild“) oder Stefan Aust („Der Spiegel“) einer der bekanntesten und eigenwilligsten Journalisten Deutschlands: Horst Schlämmer. Der stellvertretende Chefredakteur des “Grevenbroicher Tagblatt”, der seit Jahren unter dem Motto “Immer janz discht dran und knallhart nachjefracht” von den wichtigsten Schauplätzen der Republik berichtet, blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück.
Geboren wurde Horst Schlämmer am 16.10.1957 in Grevenbroich. Erste journalistische Erfahrungen sammelte Horst Schlämmer (49) bereits im Alter von 17 Jahren mit der Hochzeitszeitung für seine drei Jahre ältere Schwester Helga, die, mittlerweile geschieden, ein Finanzamt in der Nähe von Grevenbroich leitet. Nach der positiven Resonanz auf seine ersten journalistischen Gehversuche gründete Horst Schlämmer wenig später die erste Schülerzeitung an seiner Lehranstalt. Die allerdings wurde bereits nach einer Ausgabe wieder eingestellt, da er gleich zur Premiere in seiner Funktion als Chefredakteur und Herausgeber in einem Kommentar forderte, neben der Schulmilch auch Bier („und im Winter Glühwein“) an volljährige Schüler auszuschenken, „denn was im Lehrerzimmer erlaubt ist, sollte auch der Schülerschaft nicht vorenthalten werden.“ Das sah die Schulleitung anders und so landete Horst Schlämmer seinen ersten und bislang einzigen publizistischen Flop. Denn von nun an ging es steil bergauf.
Horst Schlämmer bewarb sich 1976 um ein Volontariat beim “Grevenbroicher Tagblatt”, einer lokalen, rheinischen Zeitung mit einer Auflage von knapp 40.000 Exemplaren, und wurde als einziger Bewerber („dat hat mich auch gewundert“) sofort eingestellt. Während seiner Ausbildung trat er der Jungen Union bei und übernahm das Amt des Kassenwarts. Wegen einiger finanzieller Ungereimtheiten wurde er aber nach kurzer Zeit wieder ausgeschlossen.
Nach dem Volontariat arbeitete Horst Schlämmer in fast allen Ressorts der Zeitung. Während seiner Zeit als politischer Redakteur lehnte er ein Angebot der „FAZ“, als Hauptstadtkorrespondent nach Bonn zu gehen, ab. Er blieb dem „Grevenbroicher Tagblatt“ treu und wurde schließlich 1982 zum stellvertretenden Chefredakteur berufen. Doch nur am Schreibtisch zu sitzen, war niemals sein Traum. „Ich werde weiter an die Front jehen“, kündigte Horst Schlämmer damals bei der legendären und feuchtfröhlichen Berufungsfeier vor Kollegen an und darum ist er auch zugleich sein bester Chefreporter.
So deckte er parallel zu einem großen Nachrichtenmagazin, aber leider unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, verschiedene Skandale („Flick“, „Neue Heimat“, „Coop“) auf.
Ob Landtags- oder Bundestagswahlen, gesellschaftliche Ereignisse
wie das Galopprennen in Baden-Baden oder Interviews mit den Berühmtheiten
dieser Welt, Horst Schlämmer stellt Fragen, die kein Kollege
zu stellen wagt. In der Branche gilt Horst Schlämmer als gefürchteter
Enthüllungsjournalist, der Gesprächspartnern gern mal einen
Korn und das „Du“ anbietet und so das notwendige Vertrauen
schafft, um exklusive Informationen zu bekommen. Dabei erscheint so
mancher Politiker in einem neuen Licht.
Seit einiger Zeit ist Horst Schlämmer in der RTL-Show „Hape
trifft…“ von und mit Hape Kerkeling als fester Reporter
auf der Jagd nach harten Fakten.
Kettenraucher und Herrenhandtaschenträger Horst Schlämmer
gilt als uneitel. Auf Maßanzüge und Markenmode legt der
führerscheinlose Journalist keinen Wert. Ein Markenzeichen, den
Trenchcoat, hat er vor einigen Jahren im Schlussverkauf erstanden.
Er ist derzeit Single, möchte diesen Zustand aber zukünftig
ändern. Der in der Damenwelt als liebenswerter Gentleman alter
Schule bekannte Mann (“Weisste Bescheid, Schätzelein!”)
hat diesbezüglich auch schon eine Strategie: Die Frauen mit einem
tollen Auto zu beeindrucken. Zur Fahrstunde hat sich der führerscheinlose
Frauenkenner deshalb bereits angemeldet. Kleiner Tipp an alle ledigen
Frauen, die hellhörig geworden sind: Er liebt die „ehrliche,
deutsche Küche“ wie Currywurst, Pommes, Schnitzel jeglicher
Art (Jäger, Paprika oder Wiener), Rouladen und auch mal einen
deftigen Eintopf. Außerdem ist er Mitglied im örtlichen
Kaninchenzüchter- und im Schützenverein, obwohl er nie eine
Waffe in die Hand nehmen würde („…aber die Feste
sind da immer janz lustig“).
Durch seine guten Kontakte zum Showbusiness kann Horst Schlämmer,
der in diesem Jahr sein 30jähriges Jubiläum beim „Grevenbroicher
Tagblatt“ feiert, nun auch einem heimlichen Hobby öffentlich
nachgehen: dem Singen. Seine ersten TV-Auftritte waren ein großer
Erfolg, den er nun mit seiner ersten offiziellen Single „Schätzelein“
noch einmal übertreffen will. Auf weitere Fernsehauftritte von
Horst Schlämmer mit dem kommenden Partykracher darf man sich
schon jetzt freuen.







